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Home > Blog > Leitfäden zur globalen Geschäftsexpansion > Welche rechtliche Grundlagen gelten für Dropshipper in Deutschland?
Dropshipping-Händler in Deutschland tragen dieselben rechtlichen Pflichten wie stationäre Händler – unabhängig davon, ob sie eigene Lagerbestände halten. Das betrifft Umsatzsteuer, Produktsicherheit, Verpackungsregistrierung und Shop-Pflichtangaben. Wer diese Anforderungen ignoriert, riskiert Abmahnungen, Bußgelder und Haftungsansprüche.
Dropshipping ist in Deutschland legal, unterliegt aber denselben rechtlichen Pflichten wie jeder andere Online-Handel. Wer Produkte über einen deutschen Shop verkauft, muss ein Gewerbe anmelden, ein rechtskonformes Impressum vorhalten, das Widerrufsrecht gewährleisten und die DSGVO einhalten. Diese Pflichten gelten unabhängig davon, ob du selbst Ware lagerst oder per Dropshipping arbeitest.²
Bevor du deinen ersten Verkauf tätigst, musst du ein Gewerbe anmelden. Das geschieht beim zuständigen Gewerbeamt und kostet je nach Gemeinde zwischen 20 und 65 Euro. Ohne Gewerbeanmeldung gilt die Tätigkeit als unerlaubte gewerbliche Tätigkeit, was Bußgelder nach sich ziehen kann.³
Neben der Anmeldung greifen weitere Pflichten sofort:
Die rechtlichen Grundlagen für Dropshipping in Deutschland sind klar geregelt, aber komplex genug, um professionelle Beratung zu rechtfertigen.¹
Der deutsche Umsatzsteuer-Regelsatz beträgt 19 %. Händler, die im Vorjahr weniger als 25.000 € Umsatz erzielt haben, können seit 2025 die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und auf die Ausweisung von Umsatzsteuer verzichten.³
Wer EU-weit B2C-Umsätze über 10.000 € pro Jahr erzielt, muss sich beim One-Stop-Shop (OSS) registrieren und Umsatzsteuer im jeweiligen Bestimmungsland abführen. Lagert ein Lieferant Waren in Deutschland, entsteht für den Händler eine eigenständige deutsche USt-Registrierungspflicht – unabhängig vom eigenen Umsatz.
Die Gewerbeanmeldung ist Grundvoraussetzung für jedes Dropshipping-Geschäft in Deutschland. Die Kosten liegen je nach Gemeinde bei ca. 20–60 €.
Wer Produkte aus China über AliExpress importiert und in Deutschland verkauft, ist rechtlich der Inverkehrbringer. Das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) verpflichtet dich, sicherzustellen, dass Produkte den EU-Normen entsprechen, CE-Kennzeichnungen korrekt sind und keine Gefährdung für Verbraucher besteht.
Zusätzlich gilt seit 2019 die Registrierungspflicht im Verpackungsregister LUCID. Wer Verpackungen in den Umlauf bringt, muss sich dort registrieren und an einem dualen System beteiligen. Verstöße können mit Verkaufsverboten geahndet werden.
Für die Datenverarbeitung im Shop gilt die DSGVO. Kundendaten dürfen nur mit Rechtsgrundlage erhoben, verarbeitet und gespeichert werden.
Warnung: AliExpress-Produkte aus China erfüllen nicht automatisch EU-Produktsicherheitsstandards. Fehlende CE-Kennzeichnungen, nicht konforme Materialien oder falsche Etikettierungen können zu Abmahnungen, Rückrufaktionen und Haftungsansprüchen führen. Prüfe Lieferanten und Produkte sorgfältig, bevor du sie in deinem Shop anbietest.
Quellen
Wichtiger Compliance-Hinweis: Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR). Dropshipper gelten rechtlich als Distributoren und haften direkt für die Sicherheit der verkauften Produkte – auch ohne eigene Lagerhaltung.
Das bedeutet konkret: Händler müssen beim Lieferanten aktiv nachweisen, dass CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung vorliegen. Fehlen diese Dokumente, darf das Produkt nicht verkauft werden.⁴ Produkthaftungsansprüche können direkt gegen den Händler geltend gemacht werden, wenn der Hersteller außerhalb der EU sitzt und kein EU-Bevollmächtigter benannt ist. Dieses Risiko betrifft besonders Händler, die über AliExpress oder ähnliche Plattformen mit chinesischen Lieferanten arbeiten.
Das Verpackungsgesetz (VerpackG) verpflichtet alle Händler, die Verpackungen in den Umlauf bringen, zur Registrierung im LUCID-Verpackungsregister. Das LUCID-Register ist die zentrale Datenbank der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR), in der alle Hersteller und Händler, die Verpackungen in Deutschland in Verkehr bringen, registriert sein müssen. Beim Dropshipping liegt die Prüfpflicht beim Händler: Lieferanten müssen nachweislich im LUCID-Register eingetragen sein, bevor Bestellungen abgewickelt werden.
Darüber hinaus gelten folgende rechtliche Anforderungen⁵ für jeden deutschen Online-Shop:
Wer diese Pflichtangaben nicht vollständig umsetzt, ist abmahnfähig – und das unabhängig vom Umsatz oder der Unternehmensgröße.
Zollgebühren Und Einfuhrumsatzsteuer Bei Importen Aus China
Sobald Waren aus China in Deutschland ankommen, fallen Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer an. Beide Kosten treffen dich als Importeur direkt und müssen in die Preiskalkulation einfließen, bevor du einen Verkaufspreis festlegst. Wer das ignoriert, riskiert Margen, die sich nach der ersten Zollabrechnung in Luft auflösen.
Zollgebühren fallen grundsätzlich bei allen Wareneinfuhren aus Drittländern wie China an. Die Höhe richtet sich nach dem Zolltarif (TARIC), der für jede Warengruppe einen eigenen Prozentsatz festlegt. Typische Sätze für Konsumgüter liegen zwischen 0 und 12 Prozent des Warenwerts, können aber bei bestimmten Produktkategorien wie Textilien oder Elektronik höher ausfallen.¹
Berechnungsgrundlage ist der Zollwert, der sich aus Warenwert, Versandkosten und Versicherung zusammensetzt. Bei AliExpress-Bestellungen bedeutet das: Auch günstige Versandoptionen erhöhen die Bemessungsgrundlage und damit den Zollbetrag.
Zollpflichtig bist du als Importeur, also als Betreiber des Dropshipping-Shops. Auch wenn der Lieferant das Paket direkt an deinen Kunden schickt, bist rechtlich du der Einführer und trägst die Verantwortung für korrekte Zollanmeldungen.
Zusätzlich zum Zoll fällt Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) an. Sie beträgt in Deutschland 19 Prozent, für bestimmte Waren wie Bücher oder Lebensmittel 7 Prozent, und wird auf den Zollwert zuzüglich der Zollgebühren berechnet.²
Bis Ende 2020 galt eine Freigrenze von 22 Euro, unterhalb derer keine Einfuhrumsatzsteuer erhoben wurde. Diese Regelung wurde abgeschafft. Seit dem 1. Juli 2021 gilt für alle Warensendungen aus Drittländern ohne Wertgrenze die volle Einfuhrumsatzsteuer.² Das betrifft auch Kleinsendungen über AliExpress direkt an Endkunden.
Als umsatzsteuerpflichtiger Händler kannst du die EUSt als Vorsteuer geltend machen. Kleinunternehmer hingegen können das nicht, was ihre Kalkulation entsprechend belastet.
Quellen
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